LEBEN(S)WEGE: Persönliche Geschichten des Ankommens bewegten die Teilnehmenden
Iserlohn. Rund 30 Mitarbeitende aus verschiedenen Einrichtungen der Diakonie Mark-Ruhr kamen am 13. Juni zum ersten Spaziergang „LEBEN(S)WEGE – Persönliche Geschichten des Ankommens“ zusammen. Die Veranstaltung der AG Bildung verband Bewegung, Begegnung und persönliche Einblicke in Lebenswege von Menschen mit Migrationsgeschichte.
Startpunkt des rund sechs Kilometer langen, barrierefreien Spaziergangs war die Evangelische Jugendhilfe am Pastorenweg in Iserlohn. Die Route führte über das Friederike-Fliedner-Berufskolleg entlang der ehemaligen Bahntrasse, die heute als Radweg genutzt wird, bevor die Gruppe zur Jugendhilfe zurückkehrte. Dort fand die Veranstaltung bei Würstchen und Salat einen gemeinsamen und geselligen Abschluss.
Teilgenommen haben Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen unter dem Dach der Diakonie Mark-Ruhr, darunter die Iserlohner Werkstätten, die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen sowie die Diakonie Mark-Ruhr Teilhabe und Wohnen. Auch Schülerinnen und Schüler des Friederike-Fliedner-Berufskollegs sowie ehemalige Auszubildende, die heute in verschiedenen Tochtergesellschaften der Diakonie Mark-Ruhr tätig sind, waren dabei. Andrea Schumann, Schulleiterin des Friederike-Fliedner-Berufskollegs, begrüßte viele bekannte und ehemalige Gesichter. An mehreren Stationen entlang der Strecke moderierte sie die Beiträge an und schuf damit den Rahmen für einen offenen und wertschätzenden Austausch.
Im Mittelpunkt standen die persönlichen Geschichten der Mitarbeitenden. Sie berichteten von ihren individuellen Wegen nach Deutschland, vom Ankommen in einer neuen Gesellschaft, von Herausforderungen und Hürden, aber auch von Unterstützung, Chancen und neuen Perspektiven. Die Lebensgeschichten reichten vom Aufwachsen in Deutschland mit türkischen Wurzeln über einen bewegenden Weg aus dem Libanon bis hin zu Erfahrungen aus dem Iran und vielen mehr.
Besonders deutlich wurde dabei, welche Bedeutung Sprache, Verständigung und persönliche Begleitung für eine gelingende Integration haben. Das Erlernen der deutschen Sprache, der Zugang zu Bildung und der Einstieg in das Berufsleben erwiesen sich in vielen Erzählungen als entscheidende Meilensteine. Einige der vorgestellten Lebenswege führten schließlich in soziale Berufsfelder – etwa in die Migrationsberatung oder in die Arbeit als Erzieherin beziehungsweise Erzieher.
Die authentischen Berichte eröffneten den Teilnehmenden neue Perspektiven auf das Thema Integration und machten deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen und Hintergründe der Mitarbeitenden innerhalb der Diakonie Mark-Ruhr sind. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig ein wertschätzendes Arbeitsumfeld ist, das persönliche Entwicklung ermöglicht und gesellschaftliche Teilhabe fördert.
Auch für Carsten Voswinkel, neuer Referent für Diakonische Identität bei der Diakonie Mark-Ruhr war die Veranstaltung ein besonderer Moment. Sie gehörte zu seinen ersten Eindrücken in der neuen Aufgabe. „Dieser Spaziergang hat mich sehr beeindruckt. Die Offenheit, mit der die Mitarbeitenden ihre Lebensgeschichten geteilt haben, zeigt, wie vielfältig und bereichernd unsere Dienstgemeinschaft ist. Hier wird deutlich, dass Diakonie weit mehr ist als professionelle Unterstützung – sie lebt von Begegnung, Respekt und gelebter Nächstenliebe. Für mich war diese Veranstaltung ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie unser diakonischer Auftrag im Alltag sichtbar und erlebbar wird.“
Die positive Resonanz der Teilnehmenden macht deutlich: Der erste Spaziergang „LEBEN(S)WEGE“ hat nicht nur bewegt, sondern auch neue Begegnungen ermöglicht und das gegenseitige Verständnis gestärkt. Die AG Bildung der Diakonie Mark-Ruhr zieht daher ein rundum positives Fazit und blickt bereits auf mögliche Fortsetzungen des Formats.
Bildzeile: Die Teilnehmenden des ersten Spaziergangs „LEBEN(S)WEGE – Persönliche Geschichten des Ankommens“ vor dem Hauptsitz der Evangelischen Jugendhilfe am Pastorenweg in Iserlohn.
